ZDB und der Meistertitel im Baugewerbe

Der Zentralverband der deutschen Bauindustrie fordert die Wiedereinführung des Meisterzwangs in den Bauhandwerken

In der Presseerklärung des ZDB wird behauptet, nach der Novellierung der Handwerksordnung habe sich gerade bei den Bauhandwerken die Situation erheblich verschlechtert. Deshalb sei der Meisterzwang wieder einzuführen.

 

Zunächst verschweigt der ZDB, dass der Meisterzwang in den nunmehr in Anlage B1 zu findenden Berufen nur deshalb aufgehoben wurde, weil das Bundesverfassungsgericht damit gedroht hat, den Meisterzwang insgesamt zu kippen. Es besteht rechtlich also keine Veranlassung für den Gesetzgeber, dies zu ändern.

Diese oben genannte Behauptung stellt der ZDB wider besseren Wissens auf. Hat er doch sicherlich auch Kenntnis von dem Gutachten der Friedrich-Ebert-Stiftung „Ökonomische Effekte der Liberalisierung der Handwerksordnung 2004“ von Andreas Koch und Sebastian Nielen. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Liberalisierung der HwO von 2004 weder positive noch negative Auswirkungen auf die Anzahl der Betriebe, der Gesamtbeschäftigung, Neueinstellungen, Entlassungen, Löhne und Qualifikationsstrukturen hatte!

Der ZDB vermischt nun die Frage des Meisterzwangs mit den sog. Unternehmern ohne Beschäftigte und diskreditiert diese, indem behauptet wird, dass sie nicht solange am Markt sind, bis die Gewährleistung abläuft. Diese Behauptung ist absolut untragbar und hat mit dem Meisterzwang nichts zu tun. Im Übrigen soll der Meisterbrief auch nicht vor Insolvenz schützen.

Auch die Behauptung, die Unternehmer ohne Beschäftigte seien oftmals „Scheinselbständige“, kann nicht greifen. Die Tarifparteien sind nicht für die Bekämpfung der Schwarzarbeit zuständig!

Der ZDB versucht Stimmung gegen Unternehmer ohne Beschäftigte zu machen!

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